
Friederisiko oder die Lust am Wagnis
Vom 28. April bis zum 28. Oktober 2012 gehörte das Neue Palais in Potsdam einem einzigen Gast: Friedrich II., den schon seine Zeitgenossen den Großen nannten. Zu seinem 300. Geburtstag zeigte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in seinem größten Schloss eine Ausstellung mit einem seltsamen Namen. „Friederisiko“ ist ein Kunstwort aus Friedrich und Risiko.
Die Kapitel dieses Rückblicks
Die Ausstellung
Konzept, Team, Audioguide, Schulprogramm und die Besucherzahlen jener Monate.
Zwölf Themen
Von „Dynastie“ bis „Körper und Seele“: wie sich die Schau auf Schloss und Park verteilte.
Der Modeaffe
Friedrichs Komödie von 1742, mit Figurinen aus Papier neu in Szene gesetzt.
Friedrich der Große
Risiko, Ruhm und die Frage, wer hinter der Maske steckte.
Zeittafel
Die Lebensdaten von 1712 bis 1786 und was danach kam.
Das Neue Palais
Der Triumphbau nach dem Siebenjährigen Krieg, seine Säle und sein Theater.
Rheinsberg
„Friedrich ohne Ende“, die zweite Ausstellung des Jahres im Schloss des Kronprinzen.
Forschung
Die Konferenzen von 2007 bis 2013 und ein Blick in die Privatkasse des Königs.
Bücher
Katalog, Essayband und vier weitere Titel zum Jubiläum.
Das Friedrich-Jahr
Was 2012 außerhalb des Neuen Palais geschah.
Pressestimmen
Was Kritikerinnen und Kritiker über die Schau schrieben.
Charakter statt Feldzüge

Über Friedrichs Feldzüge und Reformen war 2012 fast alles gesagt. Die Kuratoren Jürgen Luh und Alfred Hagemann suchten deshalb einen anderen Zugang. Sie fragten nach dem Charakter dieses Mannes, und sie fanden eine Antwort in seiner Lust am Wagnis. Schon der Achtzehnjährige floh vor dem Vater. Als junger König marschierte er mit einem unerfahrenen Heer in Schlesien ein, und mit dem Einmarsch in Sachsen brachte er 1756 halb Europa gegen sich auf.
Schauplatz war das Neue Palais im Park Sanssouci, das Friedrich nach dem Siebenjährigen Krieg von 1763 bis 1769 errichten ließ. Ein Triumphbau, bis ins Detail von ihm selbst durchdacht. Die Ausstellung las seine Räume wie eine Quelle. Wie ein Saal ausgestattet war und wer in einem Appartement wohnen durfte, verriet viel darüber, wie Friedrich gesehen werden wollte.
Über dem Titel steht die Szene, die viele bis heute von Friedrich im Kopf haben. Adolph Menzel malte sie gut sechzig Jahre nach dem Tod des Königs: Kerzenlicht, Hofgesellschaft, der König mit der Flöte. Friederisiko zeigte, dass der König schon zu Lebzeiten selbst an seiner Erscheinung gearbeitet hatte, obwohl er Malern nur ungern Modell saß. Wie das ging, erklärt das Thema Königsbilder.
Alles ist Beredsamkeit hier.
Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung, 28. April 2012
Friederisiko auf einen Blick
| Angabe | 2012 |
|---|---|
| Laufzeit | 28. April bis 28. Oktober 2012 |
| Ort | Neues Palais und Park Sanssouci, Potsdam |
| Fläche | rund 6.000 Quadratmeter |
| Räume | 72, ein Teil davon erstmals wieder zugänglich |
| Exponate | rund 500 |
| Themen | zwölf, davon elf im Schloss und eines im Park mit zehn Stationen |
| Schirmherr | Bundespräsident Joachim Gauck |
| Besucher | 250.000 bis Mitte September 2012 |
Hinter den Zahlen steckt eine Menge Arbeit, die man im Rundgang kaum bemerkte. Viele Kabinette waren eigens restauriert worden, und manche standen Besuchern zum ersten Mal offen. Wie die Schau aufgebaut war und wer sie gemacht hat, steht im Kapitel Die Ausstellung.

Warum ein Rückblick

Die Ausstellung ist vorbei, das Schloss steht noch. Wer heute durch den Park Sanssouci zum Neuen Palais geht, sieht dieselbe rote Fassade mit ihren Sandsteinfiguren und dieselbe grüne Kuppel wie die Gäste von 2012. Was damals in den Sälen erzählt wurde, ist dagegen schwer wiederzufinden. Diese Seite sammelt es: die zwölf Themen, die Geschichte des Schlosses, die zweite Jubiläumsausstellung in Rheinsberg, die Bücher und die Reaktionen der Presse.
Wie diese Seite entstanden ist und worauf sie sich stützt, steht unter Zu diesem Rückblick.










